Schwangerschaftsdermatosen
Während der Schwangerschaft kann es durch das komplexe Zusammenwirken hormoneller, immunologischer, stoffwechsel- und gefäßbedingter Veränderungen zu unterschiedlichen Hauterkrankungen kommen. Viele dieser Hautveränderungen bilden sich nach der Geburt des Kindes weitgehend wieder zurück. Es werden hierbei die harmlosen (physiologischen) fast in jeder Schwangerschaft auftretenden von den sogenannten krankhaften schwangerschaftsspezifischen Hautveränderungen unterschieden.
Physiologische Hautveränderungen in der Schwangerschaft
eine verstärkte Pigmentierung in bestimmten Körperregionen (Brustwarzen, Bauchmittellinie) und eine vermehrte Bräunung nach UV-Einfluss (Melasma gravidarum)
eine Neuentstehung von Wärzchen und Bindegewebsläppchen (Fibromen)
Schwangerschaftsstreifen (Striae distensae) durch starke Dehnung der Haut im Bereich des Bauches, der Oberschenkeln und der Brust
Neuentstehung von Gefäßen in Form von roten Flecken (Spidernaevi) oder Äderchen (Teleangiektasien) sowie die Entstehung von Krampfadern
nach der Geburt auftretender durch die Hormonumstellung bedingter Haarausfall (postpartaler Haarausfall)
Des Weiteren kann die Schwangerschaft bereits vorbestehende Hauterkrankungen beeinflussen. Im Fall der Schuppenflechte (Psoriasis) zeigt sich während der Schwangerschaft häufig eine Verbesserung. Während es bei anderen Hauterkrankungen wie der Neurodermitis, Akne, Rosazea und Autoimmunerkrankungen wie dem Lupus erythematodes zu einer Verschlechterung kommen kann.
Spezifische, krankhafte Hautveränderungen in der Schwangerschaft
die vielgestaltige juckende Schwangerschaftsdermatose (polymorphe Schwangerschaftsdermatose = Polymophic Eruption of Pregnancy = PEP)
neurodermitisähnliche Schwangerschaftsdermatose (atopische Schwangerschaftsdermatose)
starker Juckreiz in der Schwangerschaft (intrahepatische Schwangerschaftscholestase)
Blasenbildende Erkrankung in der Schwangerschaft (Pemphigoid oder Herpes gestationis)