Allergie
(Allergische Reaktion, Hautausschlag)

Durch die stetige Zunahme von Allergien in der Bevölkerung hat die Diagnostik und Therapie von allergischen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten eine wachsende Bedeutung in der Dermatologie erfahren. Auf dem Boden einer vererbten Bereitschaft kommt es durch den Einfluss von Umweltfaktoren zu einer überschießenden, krankmachenden Reaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Substanzen wie z.B. Birkenpollen.

Häufige Allergien:


Nach einem ausführlichen krankheitsbezogenen Gespräch folgen zielgerichtete Haut- und/oder Blutuntersuchungen (Pricktest, Epikutantest, spezifische IgE-Antikörper = CAP-RAST-Bestimmung im Blut).

Therapie von Allergien:

Therapeutisch an erster Stelle steht die Vermeidung des Kontakts zum auslösenden Allergen, wie z.B. bei einer Katzenhaarallergie die Meidung von Katzen oder bei einer Hausstaubmilbenallergie die Anwendung von milbendichten Bettbezügen (Encasing).

Wenn die Meidung des Allergens nicht möglich ist, wie bei einer Baumpollen- oder Gräserpollenallergie, sollte neben der Behandlung der akuten Beschwerden (Einnahme von Antiallergika, Nasenspray und Augentropfen) eine langfristig wirksame Therapie, die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung: SCIT oder SLIT) durchgeführt werden.

Heuschnupfen (allergischer Schnupfen, allergische Rhinitis, Rhinokonjunktivitis allergika)

Beim Heuschnupfen (Rhinokonjunktivitis allergika) kommt es nach dem Einatmen eigentlich harmloser Substanzen wie z.B. Birkenpollen zu einer überschießenden, krankmachenden Reaktion an der Nasenschleimhaut und der Bindehaut der Augen mit Fließschnupfen, verstopfter Nase, Niesen, Augenrötung, Tränen und Juckreiz. Weitere Organe wie die Nasennebenhöhlen und die Bronchien mit asthmatischen Beschwerden können beteiligt sein.

Die Neigung zur allergischen Reaktionsbereitschaft ist angeboren. Häufig kommt es im Schulalter zur Ausbildung erster Beschwerden (15-30% der Kinder und Jugendlichen sind betroffen), allerdings kann es auch im Erwachsenenalter jederzeit zur Erstmanifestation des Heuschnupfens kommen. Die Beschwerden können sehr beeinträchtigend sein und mit Konzentrationsstörungen, Leistungsminderung und einer Reduktion der Lebensqualität einhergehen. Daher ist eine rechtzeitige Behandlung zur Linderung der Beschwerden und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit entscheidend.

Behandlung des Heuschnupfens:

Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung, Desensibilisierung)

Bei der spezifischen Immuntherapie wird der allergieauslösende Stoff (z.B. Birkenpollenextrakt) regelmäßig dem Körper in steigender Dosis zugefügt. Dies kann durch Spritzen unter die Haut (= subcutane Hyposensibilisierung, SCIT) oder in Tabletten- und Tropfenform unter die Zunge (= sublinguale Hyposensibilisierung, SLIT) erfolgen. Hierdurch kommt es zu einer langsamen Gewöhnung des Immunsystems an das Allergen und die überschießende allergische Reaktion wird vom Immunsystem verlernt. Der Körper entwickelt eine Toleranz gegenüber dem Allergen und die allergischen Beschwerden wie z.B. Heuschnupfen in der Birkenpollenflugzeit nehmen ab. Schon in der ersten Saison nach Beginn der Hyposensibilisierung sind die Beschwerden häufig deutlich gebessert oder sogar vollständig verschwunden. Auch kann hierdurch dem Fortschreiten der Allergie mit Ausbildung asthmatischer Beschwerden vorgebeugt werden.

Andere Symptome wie pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien oder eine Verschlechterung der Neurodermitis in der Pollenflugzeit zeigen ebenfalls eine Verbesserung durch eine spezifische Hyposensibilisierung. Um einen langanhaltenden Effekt zu erreichen, sollte eine Hyposensibiliserung über mindestens drei Jahre erfolgen.

Pricktest (Allergietest, Hauttest)

Der Pricktest wird zur Diagnostik bei akut ablaufenden allergischen Erkrankungen (allergische Reaktion vom Soforttyp) wie z.B. Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie und Nahrungsmittelallergien eingesetzt. Hierbei werden standardisierte Allergenlösungen (Baumpollen, Gräser, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel) auf die Haut an der Unterarmbeugeseite in Tropfenform aufgebracht und mit einer Pricknadel oberflächlich eingebracht ohne eine Blutung hervorzurufen. Eine positive Reaktion tritt in Form einer kleinen juckenden Quaddel hervor.

Die Testdurchführung ist einfach und dauert nur 20 Minuten. Danach können wir mit Ihnen das Ergebnis direkt besprechen und Sie bezüglich möglicher Allergien und Behandlungmethoden wie z.B. Einleitung einer Hyposensibilisierung ausführlich beraten.

Epikutantest (Allergietest, Hauttest)

Der Epikutantest dient dem Nachweis einer allergischen Reaktion vom Spättyp (nach 3-4 Tagen) bei Ekzemen wie dem allergischen Kontaktekzem (z.B. Handekzem). Es werden standardisierte Allergene auf (= epi) der gesunden Haut (= kutan) getestet.

Sie kommen an drei Tagen in die Praxis. An Tag 1 werden die Testsubstanzen in kleinen Testkammern mittels Pflaster auf den Rücken geklebt und verbleiben dort über 48 Stunden. An Tag 3 wird das Pflaster entfernt und das erste Mal der Test beurteilt. An Tag 4 findet die Testauswertung statt und wir können mit Ihnen die Ergebnisse und Therapiemöglichkeiten besprechen.

Auch im Rahmen von berufsbedingten Ekzemerkrankungen (Berufserkrankung) wie z.B. dem Handekzem bei Friseuren oder Maurern hat die Epikutantestung eine zentrale Bedeutung.